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Roland Emmerich. Quelle: ap
Roland Emmerich

Roland Emmerich

"Unser Mann" in Hollywood

"Independence Day", "Godzilla", "Der Patriot" oder "The Day After Tomorrow" - mit monumentalen Blockbustern wie diesen hat sich Roland Emmerich als einer von ganz wenigen Deutschen in Hollywood Weltruhm erworben. Der in Stuttgart geborene Sohn eines Sindelfinger Unternehmers ist in der Film-Metropole inzwischen einer der wichtigsten Regisseure und Produzenten. Am 12. November startet nun sein neuer Film im Kino. "2012" ist ein Thriller, bei dem einmal mehr das Überleben der Menschheit auf dem Spiel steht.

 
 
 
 

Roland Emmerich wurde am 10. November 1955 in Stuttgart geboren. 1977 machte er in Sindelfingen sein Abitur. Sein ursprüngliches Vorhaben, Kunst zu studieren - bereits 1974 hatte er eigene Bilder ausgestellt - gab er bald auf. Stattdessen arbeitete er in einer Werbeagentur und danach als Volontär beim Süddeutschen Rundfunk. Im Anschluss daran studierte er an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFFM), zunächst mit dem Berufswunsch Ausstatter. Bald entdeckte der Cineast jedoch sein Faible für die Filmregie.

 

Filme für das Publikum

An der Hochschule wirkte Emmerich gegen Ende der 70er Jahre an der Gestaltung mehrerer Filme anderer mit, vor allem als Ausstatter. 1979 entstand in Zusammenarbeit mit Ulrich Möller sein erster "Übungsfilm" als Regisseur. Da ihn allerdings der publikumsferne Stil seiner Kommilitonen von der HFFM störte, beschloss er, Filme zu machen, die sich an den Wünschen der "Kids" orientierten. Das Genre seiner Wahl hieß daher Science-Fiction.

 
Roland Emmerich bei der Vorstellung seines Films "2012". Quelle: ap
ap
Roland Emmerich bei der Vorstellung seines Films "2012"

Bereits der Abschlussfilm "Das Arche Noah Prinzip" (1983) sorgte für internationale "Furore". In Deutschland sahen über 200.000 Kinobesucher die Geschichte einer Raumstation, von der aus Wettermanipulationen für militärische Zwecke geleitet wurden.

 

Karrriere in den USA

Auch in der Folge waren seine Filme an den Kinokassen äußerst erfolgreich: Mit "Joey" landete er 1985 einen ausgesprochenen "Hit" und "Moon 44" trug ihm 1989 schließlich das Angebot ein, für die amerikanische Produktionsfirma "Carolco" zwei Filme in den USA abzudrehen. 1992 kam mit "Universal Soldier" der erste Film auf den Markt. Mit knapp 100 Millionen Dollar Umsatz bei nur 20 Millionen Dollar Produktionskosten war "Universal Soldier" ein beträchlicher finanzieller Erfolg.

 

Zwei Jahre später folgte "Stargate", der geschickt mit der Hypothese eines Besuchs Außerirdischer auf der Erde zur Zeit der ägyptischen Antike spielt. Alle Rekorde brechen sollte jedoch 1995 "Independence Day", der Steven Spielbergs 1993 Maßstäbe setzenden "Jurassic Park" überrundete und Roland Emmerich zum erfolgreichsten deutschen Regisseur in Hollywood beförderte. Die Story handelt von einer Invasion Außerirdischer, die die Erde bedrohen und das Weiße Haus in Schutt und Asche legen, schließlich jedoch am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, der zum "Independence Day" der ganzen Welt wird, zurückgeschlagen werden.

 

Honorarprofessor in Ludwigsburg

Das nächste Kinospektakel Emmerichs, seine moderne Version des japanischen Monster-Klassikers "Godzilla" um eine durch Atomwaffenversuche entstandene, gigantische Riesenechse, zählte in den USA zu den Kassenschlagern des Jahres 1998 und wurde mit dem Publikumspreis des Europäischen Filmpreises ausgezeichnet. Emmerich hatte währenddessen die Berufung zum Honorarprofessor der Filmakademie Ludwigsburg erhalten und wurde Anfang 1999 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seinen herausragenden Beitrag zur Kunst des Filmemachens und der Förderung des deutschen Kino-Nachwuchses geehrt.

 
Szene aus "The Day After Tomorrow". Quelle: dpa
dpa
Szene aus "The Day After Tomorrow"

Es folgte 2000 der Historienfilm "The Patriot". Mel Gibson spielt einen Farmer, der nach der Ermordung seines Sohnes einen privaten Rachefeldzug gegen einen britischen Offizier startet. 2001 betrat Emmerich neues Terrain und drehte für Daimler-Chrysler seinen ersten Werbespot. Der einminütige Film erinnerte mit Flugaufnahmen an "Independence Day" und war der aufwändigste Werbespot, der je produziert wurde.

 

Eindrucksvoller Klima-Film

Mit "The Day After Tomorrow" inszenierte Emmerich 2004 einen 132 Millionen Dollar teuren eindrucksvollen Klima-Katastrophenfilm, der auch politisch Zeichen setzte. Die US-Regierung feindete den - mittels Baumpflanzungen kohlenstoffneutral produzierten - Film sogar als "Propaganda für die Demokraten" an. 2007 produzierte er den Film "Trade - Willkommen in Amerika", 2008 folgte der Urzeit-Film "10.000 B.C.".

 

Als Roland Emmerichs Erfolgsrezept gilt es, dass er wesentlich kostengünstiger als die meisten seiner Kollegen arbeitet und für eine sehr entspannte Arbeitsatmosphäre bekannt ist. Über seine Arbeitsphilosophie sagt er: "Ich bin beim Filmen wie ein Kind, das sich beim Spielen nicht mehr für die Umwelt interessiert und sich selbst genug ist."

 
 
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